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Anforderungen an eine moderne Hautpflege

Hautpflege kann unter konsequenter Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse wesentlich mehr sein als nur eine flankierende Pflegemaßnahme. Natürlich kann sie die differente Therapie tatsächlich pathologischer Zustandsbilder nicht ersetzen, aber sie kann dieselbe sinnvoll ergänzen und damit die Notwendigkeit der Anwendung von Lokaltherapeutika in Häufigkeit und Dauer vermindern und prinzipiell, wenn Pflege zeitig und suffizient greift, differente Therapie auch gänzlich unnötig machen.


Schuppende Haut "Wundumgebung"

Jedoch muss eine moderne Hautpflege zur Erfüllung dieser Ansprüche auch definierten Anforderungen entsprechen.


Hautpflege - Terminologie

Differente Inhaltsstoffe sowie topische (lokale) Dermatotherapeutika werden unter Nutzung immer gleicher Mechanismen am Hautorgan (und evtl. auch systemisch) wirksam. Bei kosmetischer Hautpflege darf im engeren Sinne nicht von Wirkung, sondern vielmehr von einem Effekt gesprochen werden, obwohl in Fachkreisen selbst die optimale "Grundlagenwirkung" wirkstoffreier Zubereitungen (ohne medikamentöse (differente) Zusätze) unbestritten ist. Eine Übersicht über diese Mechanismen zeigt obige Abbildung.

Mechanismen der Wirkung topisch applizierter Substanzen

  • Adsorption: Anlagern, Anhaften der Pflegepräparation an die Hautoberfläche (Hornschicht)
  • Penetration: Durchdringen der Hautpflegebestandteile durch einzelne Schichten des Hautorgans (bei Hautpflege ist die Zielschicht praktisch die Epidermis)
  • Liberation: Freisetzen und Weitergeben von Stoffen, welche z.B. bereits in die Hornschicht eingewandert und deponiert worden sind, an tiefere Strukturen
  • Permeation: Durchdringen verschiedener Hautgewebeschichten
  • Absorption: Aufnehmen und Verteilen von Substanzen in die Hautschichten/ -zonen
  • Resorption: Aufnehmen eines Stoffes in den Blutktreislauf (systemische Wirksamkeit – nicht erwünscht bei Hautpflege)

Rückfettung

Die Zuführung von Lipidanteilen an pflegebedürftige Haut sollte entsprechend dem physiologischen Hautfettgehalt erfolgen. Insgesamt umfassen Hautlipide sowohl freie Fettsäuren sowie Cholesterol und Fettsäureester, welche in einem definierten Konzentrationsverhältnis vorliegen. Unter den Fettsäureestern spielen die Ceramide (Ester längerkettiger Omega-Hydroxy-Fettsäuren und der Linolensäure) eine grundsätzliche Rolle für Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Hautwiderstandsfähigkeit. Diese Ceramide sind nachweislich vermindert in der Alters- und auch Ekzemhaut. Eine Substitution durch lokale Applikation ist möglich (1, 2, 3). Unsere Anwendungsbeobachtungen zeigten die praktische Notwendigkeit einer lipidabgestuften Hautpflege wiederholt auf.

Hypoallergenität

Dieses Thema spielt besonders aufgrund der multiplen Kontaktsensibilisierungen chronischer Wundpatienten eine bedeutende Rolle. So beweisen Studien, daß etwa 2 bis 9 Prozent der Durchschnittsbevölkerung eine oder mehrere Sensibilisierungen im Sinne einer allergischen Typ-IV-Reaktion aufweisen (4). Patienten mit chronischen Ulcera sind im Vergleich dazu in 65 bis 80 Prozent aller Fälle betroffen (5). Ohne im Detail weiter einzugehen, sollte die Forderung an eine moderne Hautpflege folgerichtig sein, daß sinnvolle Substanzkombinationen gewählt werden und auf bekannte potente Allergene – z.B. ätherische Öle – bewusst verzichtet wird. Zusätzlich sollten spezielle Zubereitungen verfügbar sein, die folgerichtig unter Verzicht auf Inhaltsstoffe höherer allergener Potenz, wie z.B. Duft-, Farb- oder auch Konservierungsstoffe, hergestellt werden.


Allergiebildungsmechanismen